Altersdepressionen

von Kirsten Lehmann (Kommentare: 0)

Umgang mit Menschen mit Alltagsdepressionen

Altersdepressionen

Altersdepressionen zählen neben demenziellen Erkrankungen zu den häufigsten psychischen Krankheiten, die man im hohen Alter bekommen kann. Sie werden nur schwer erkannt. Studien belegen, dass Menschen mit Depressionen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, im Alter eine Demenz zu entwickeln. Allerdings können auch viele frustrierende Erlebnisse bei Menschen mit Demenz dazu führen, das diese eine Depression entwickeln.

Merkmale einer Demenz

  • Desorientiertheit – Patienten finden sich in ihrer Umgebung nicht mehr zurecht
  • Konfabulationen – Betroffene versuchen mehr Informationen aus ihrem Gedächtnis abzurufen, als tatsächlich gespeichert sind
  • Ein zeitlich unscharfer Beginn der Erkrankung
  • Hirnwerkzeugstörungen, die sich in Form von Sprach- und Bewegungsstörungen wie Aphasie und Apraxie bemerkbar machen

Merkmale einer Depression

  • Schuldgefühle
  • Lebensüberdrussgedanken oder Lebensmüdigkeit bis hin zum Wunsch, sich selbst zu töten (Suizidalität)
  • Schlaflosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Interessensverlust
  • Psychomotorische Hemmung oder auch Agitation – Erkrankten fällt es sehr schwer, sich zu bewegen, oder sie sind extrem unruhig
  • Ausgeprägte Konzentrationsstörungen

Die Depression ist eine psychische Störung, die die Gefühlswelt eines Menschen negativ verändert. Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit können auf eine Depression hinweisen bzw. sind starke Symptome einer Depression.

Die Behandlung von Depressionen ist bei älteren Menschen genauso wichtig wie bei jüngeren. Viele Menschen gehen heute leider immer noch davon aus, dass es normal sei, wenn sich Menschen im Alter zurückziehen, schlechter schlafen, ihre Hobbies aufgeben oder weniger Freude am Leben empfinden. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Studien zeigen, dass ältere Menschen die Fähigkeit besitzen , trotz eingeschränkter Möglichkeiten zufrieden zu sein. Sie können auf das Erreichte und Erlebte zurückblicken und Gefühle besser kontrollieren.

Bei der Behandlung von Depressionen haben sich sowohl die

  1. medikamentöse Behandlung als auch
  2. psychotherapeutische Verfahren

als wirksam erwiesen.

  1. Altersdepressionen mit Medikamenten behandeln

Manchmal funktioniert das Gehirn von Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, nicht mehr so wie vorher. Die Ursache liegt häufig in einem hormonellen Ungleichgewicht im Gehirn. Durch die Einnahme von Medikamenten wie Antidepressiva kann das hormonelle Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Diese sollten aber mit Bedacht eingenommen werden.

  1. Altersdepression mit Psychotherapie behandeln

Die Psychotherapie hat sich für ältere Menschen als sehr wirksame Methode erwiesen, Depressionen zu behandeln. Sie sollte von einem psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten, der auf die Behandlung älterer Menschen spezialisiert ist, durchgeführt werden. Die Therapie wendet verschiedene Verfahren an, um die individuellen psychischen Probleme möglichst effizient zu behandeln.

Zur Unterstützung verwenden Therapeuten häufig einen Wochenplan, in dem der Patient seine Stimmung, Beschäftigung und besondere Ereignisse notieren kann. Das hilft sowohl dem Betroffenen als auch dem behandelnden Therapeuten, bestimmte Verhaltensweisen zu beobachten und ggf. zu hinterfragen. Der Wochenplan kann auch helfen, gegen den typischen Aktivitäts- und Interessenverlust vorzugehen und eine aktive Tagessstruktur zu erarbeiten.

Tipps, mit denen Sie als naher Angehöriger die Lebensqualität von depressiven Menschen steigern

  1. Sprechen Sie das Thema Depressionen behutsam an und weisen Sie auf die guten Heilungschancen durch eine Behandlung hin.
  2. Nehmen Sie die Beschwerden der Betroffenen Person ernst. Es ist wichtig, dass man die Beschwerden als Erkrankung anerkennt
  3. Unterstützen Sie Ihren Angehörigen dabei, passives und inaktives Verhalten zu überwinden. Aktivieren Sie die Person, indem Sie positive Erfahrungen steigern. 
  4. Helfen Sie Ihrem Angehörigen dabei, seinen Tag zu strukturieren. Tragen Sie dazu z. B. mit ihm zusammen die anfallenden Aufgaben der Woche in einen Kalender ein.
  5. Bauen Sie für Ihren depressiven Angehörigen ein funktionierendes Versorgungs- und Unterstützungssystem auf. 
  6. Bestärken Sie Ihren depressiven Angehörigen darin, soziale Kontakte aufzubauen.
  7. Unterstützen Sie ihn Defizite zu überwinden und positive Verhaltensweisen einzuüben.
  8. Helfen Sie der Person dabei, Vergangenes besser zu bewältigen. Machen Sie deutlich, worauf man stolz sein kann.
  9. Vermeiden Sie Phrasen wie „Du musst positiv denken“. Sie vermitteln dem Kranken lediglich, dass man ihn nicht versteht. 
  10. Suchen Sie Adressen von Therapeuten in ihrer Nähe heraus und stellen Sie diese Ihrem Angehörigen zur Verfügung.                                                                                                                                       Quelle:  Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Wikepedia

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